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Meldung 325 von 383

Mi 20.12.2000

Freigabe des Klonens von Embryonen in Großbritannien muß verhindert werden

Der schleswig-holsteinische CDU-Europaabgeordnete Reimer Böge äußerte heute in Kiel scharfe Kritik an der Entscheidung des britischen Unterhauses vom Dienstagabend, das therapeutische Klonen von menschlichen Embryonen zuzulassen. Dazu sollen durch den Transfer von Zellen menschliche Embryonen zu therapeutischen Zwecken hergestellt werden. Diese Entscheidung eröffnet den Schritt zum geklonten Baby, erklärte der Europaabgeordnete fassungslos.

Nach seiner Auffassung müsse jetzt alles getan werden, um die Entscheidung noch zu stoppen. Hier sieht der Europaabgeordnete bei entsprechend starken Protesten aus den Mitgliedstaaten noch einige Chancen. Denn: zum einen müsse das britische Oberhaus über den Vorschlag noch abstimmen und zum anderen müsse jedes Forschungsvorhaben bei der zuständigen Behörde einzeln genehmigt werden. Gegenwind für die britische Regierung erwartet Reimer Böge auch von der neuen amerikanischen Regierung. Der designierte Präsident Bush habe bereits im Wahlkampf erklärt, daß er ähnliche Experimente wie in Großbritannien auf keinen Fall unterstützen würde.

Der Europaabgeordnete forderte die EU-Kommission auf, hier aktiv zu werden und die britische Beschlußlage auf ihre Rechtmäßigkeit zu prüfen. Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, daß sowohl das Europäische Parlament, der Ethik-Ausschuß der EU und der Europarat das Klonen von Menschen grundsätzlich ablehnen. Durch eine große Mehrheit des Europäischen Parlaments sei es möglich gewesen, in der Patentierungsrichtlinie der EU eine strenge Formulierung gegen die Patentierung des Klones von Menschen in allen Stadien seiner Entwicklung durchzusetzen.

Auch die Staats-und Regierungschefs der EU sind jetzt aufgefordert, die Blair-Regierung zum Stopp ihrer Initiative zu bewegen, erklärte der Europaabgeordnete abschließend.